The world is round
Freitag morgen ging es nun also auf zu neuen Ufern. Scandinavian Airlines sollte mich sicher nach New York bringen. Erst nach Kopenhagen (1h), dann nach Newark (8 1/2h). Die kleine Propellermaschine, die mich am Flughafen Tegel erwartet, macht Mut. So muss das ja klappen! Mit einer halben Stunde Verspätung erreiche ich Kopenhagen. Es ist kalt und schüttet. Die nette Frau am Schalter des Anschlussfluges braucht die genaue Adresse und Telefonnummer meiner Unterbringung. Davon war bisher nie die Rede. Die halbe Stunde Flughafen-WLAN, die man kaufen muss, kann man wenigstens noch zum Mail lesen nutzen.
Der Flieger von Kopenhagen boardet pünktlich, hebt aber erst mit 40 min Verspätung ab. Beinfreiheit ist nicht gegeben. Dafür gibt’s (ich bin da anspruchsarm) gutes Essen (erst Snacks, dann irgendwann Hauptgericht, kurz vor der Landung noch mal Sandwiches; zwischendurch ständig Getränke). Die Bordunterhaltung ist mässig. B-Movies in Endlosschleife, Spiele und Musik. Eine witzige Idee ist nach-unten und nach-vorne Kamera, die aber 90% der Flugzeit nur eine Blau-Weiss Gemisch zeigt.
Mit insgesamt einer Stunde dann endlich angekommen in Newark. Das Gefühl, die eigene Schlange ist die langsamste. Außerdem wartet doch ein Kollege darauf, mich abzuholen. Nach einer dreiviertel Stunde endlich offiziell in Amerika angekommen. Meine Koffer erscheinen nicht auf dem Förderband. Anflüge von Panik!
Die Dame, die sich nach einer halben Stunde die immer nach auf das Gepäck wartenden Fluggäste kümmern soll, ist schnell von einer Horde schnell sprechender, wild gestikulierender Menschen umringt. Sie versucht, die Massen zu beruhigen. Für mein Gepäck liegt schon ein Zettel vor, die seien nicht an Bord gewesen. Die kämen abends mit dem nächsten Flieger nach und würden dann direkt ins Hotel geschickt. Ich nehme den Zettel, sehr skeptisch, ob es sich nicht um leere Versprechungen handelt.
Zum Schluss noch durch den Zoll. Ich habe nur noch einen kleinen Rucksack, die Prozedur dauert 30 Sekunden. Draussen angekommen wartet mein neuer Kollege tatsächlich noch, obwohl ich mittlerweile zwei Stunden verspätet bin. Erleichterung!
Auf dem Weg zum Hotel wollten wir bei der Autovermietung Halt machen. Der Stau der anklingenden Rush-Hour sorgt dafür, dass wir diese nicht mehr rechtzeitig erreichen. Dafür werde ich während der Fahrt erstmal betreffs der Region und allem, was mich erwartet, ins Bild gesetzt.
Im Hotel angekommen freue ich mich über ein großes, geräumiges Zimmer mit einem Doppelbett und Couch. Die geplante Barbecue-Party fällt des schlechten Wetters wegen ins Wasser. Mein Versuche, noch etwas zu Essen zu organisieren scheitern daran, dass ich zu feige bin, in der Dunkelheit eine Meile auf stark befahrenen Strassen zu laufen. Todmüde schlafe ich nach Daily Show und Colbert Report ein.