SonneMondRegen
In einer Woche ab nach Amerika, Praktikum. Eigentlich noch Dinge zu erledigen. Stattdessen über’s Wochenende nach Thüringen. Zum ersten Mal mit einem Wohnmobil. Dekadent! Die Hausdurchsuchung der Polizeit auf den Zufahrtstrassen passieren wir, ohne rausgewunken zu werden.
Der Camper steht schief am Hang, einen anderen Platz haben wir nicht mehr gekriegt. Sei’s drum! Es fängt an zu regnen…
Wir Anfänger: Natürlich keine Gummistiefel dabei. Bisher immer Glück gehabt. Der Rest der Welt hat natürlich welche. Schreckliche Farben und Muster, die kein Clubtür passieren würden. Aber hier ist ja Festival. Wir waten durch den knöcheltiefen Schlamm… Wenigstens die Tanzflächen sind mit großen Platten ausgelegt. Fanta 4, die Chemical Brothers, 2Raumwohnung, Paul van Dyk, alle entschädigen sie für den zwar schwachen aber trotzdem das Gelände in eine Schlammwüste verwandelnden Regen.
Und dann der Sonnenaufgang über dem See!
Den verregneten Nachmittag im trockenen, warmen Camper mit Pokern verbracht. An den Regen hat man sich gewöhnt. Die zweite Nacht ist ebenfalls großartig.
Erschöpft machen wir uns Sonntag auf den Heimweg. Fast! Der Camper ist eingesunken und lässt sich nicht mehr bewegen. Die freundlichen Herren in Gelb, die wohlweisslich sogar schom mit einem Schlepper auf dem Festival vertreten sind schaffen es unter hoher Beanspruchung der Kupplung zumindest das Gefährt zu bewegen, mitnichten aber auf einen festen Untergrund zu befördern.
Das allgemeine Chaos bei der Abreise rief die ortsansässigen Bauern auf den Plan, die sofort ein passendes Geschäftmodell hatten: 5 Euro für einmal abschleppen mit dem großen Traktor. Die Nachfrage war erwartungsgemäß groß. Immer hinten anstellen.
Sonntag abend: verspätet, erschöpft, glücklich, SonneMondSterne 2007 gesehen. Gerne wieder!
Die Moral: Thüringer Bauern schauen dem Wegfall der EU-Agrar-Subventionen gelassen entgegen. Die verdingen sich dann als Abschleppdienst für verpeilte Städter.