China, Google PR und “Do no evil”

Man kann unterstellen, dass Googles “Do no evil”-Doktrin eigentlich eine “Do much good and drown everybody in it”-Doktrin ist, die Google einsetzt, um offensiv Diskussionen über die Probleme, die mit dem Geschäftsmodell von Google einhergehen (bei allen Beteuerungen zum Trotz, Picasas Namens-Tags lassen jede Überwachungskamera alt aussehen), zu vermeiden. In diesem Licht hat jedenfalls die Absichtserklärung, sich gegebenenfalls aus China zurückzuziehen, einen faden Beigeschmack (den auch Spreeblick andeutet): Will Google nicht einfach nur vermeiden, dass den chinesischen “Regierungshackern” vielleicht doch einmal ein großer Datendiebstahl gelingt und die Welt sieht, welche Gefahren große, zentrale Datensilos beherbergen?

Google wird nicht müde, in unglaublicher Geschwindigkeit großartige Dienste zu veröffentlichen, das Web voranzubringen und sich überall einzumischen, wo es was zu verbessern gibt, sei es Bildung oder Umwelt. Natürlich gibt es für sämtliche Google-Aktivitäten plausible ökonomische Gründe (manchmal mit ein bisschen Altruismus gewürzt), aber Google weiss, wie fragil seine dominante Position ist. Wenn die öffentliche Wahrnehmung von Google kippt, war’s das. Ein größerer Google-Hack mit Zugriff auf private Daten könnte dies verursachen..

Einen Kommentar schreiben